Kampagnenfoto mit Slogan "Visibiles #theLworksout"

Kampagne: #theLworksout zum diesjÀhrigen Lesbian Visibility Day

Lesbische Personen und auch bisexuelle Frauen werden oft nicht wahrgenommen, man spricht von Lesbian Invisibility. Es gibt bis heute wenige sichtbare lesbische Vorbilder – insbesondere im Business-Kontext. In vielen Netzwerken sind lesbische Personen in der Minderzahl. Dadurch fehlen die Bezugspersonen fĂŒr neue und jĂŒngere Kolleg_innen. Durch die netzwerk- und branchenĂŒbergreifende Kampagne #theLworksout am 26. April, können wir die offen lesbischen Personen stĂ€rken und gemeinsam durch eine große Anzahl an Teilnehmer_innen Sichtbarkeit schaffen sowie die Vielfalt lesbischer Personen verdeutlichen.

Wie kann ich an der Aktion teilnehmen?
  • Informieren und sprechen Sie lesbische Personen aus dem eigenen Netzwerk und darĂŒber hinaus an, um sie auf die Aktion aufmerksam zu machen
  • Erstellen Sie ein PortrĂ€tfoto mit Hilfe der Vorlagen, egal ob ausgedruckt oder digital mit dem Tablet. Gerne können Sie die Vorlage auch in bspw. Graustufen nutzen. (KlĂ€ren Sie im Vorfeld unbedingt ab, ob Sie das Unternehmenslogo der_des Arbeitgeber_in zusammen mit der Vorlage nutzen dĂŒrfen. Stattdessen können Sie den Unternehmensnamen verwenden oder die Vorlage ohne Unternehmensangabe nutzen.)
  • Posten Sie ihr eigenes Kampagnenfoto am 26. April 2023 ab 10:00 Uhr mit den jeweiligen Hashtags und Taggings auf denen von Ihnen genutzten Social Media KanĂ€len
Hashtags

#theLworksout
#LesbianVisibilityDay
#LesbianVisibility
#LesbischeSichtbarkeit
#LGBTIQBusinessLadies
#ProutAtWork
#LGBTIQRoleModels
#FlaggeFĂŒrVielfalt

Taggings

PROUT AT WORK
Facebook: @PrOut@Work
Instagram: @proutatwork
LinkedIn: @PROUT AT WORK-Foundation
Twitter: @proutatwork

Ggf. eigenes Unternehmen

Positionieren Sie sich und Ihr Unternehmen als UnterstĂŒtzer_in der Kampagne und fĂŒr lesbische Sichtbarkeit und rufen Sie Mitarbeiter_innen zur Teilnahme auf.
Die Kampagne wurde gemeinsam von der PROUT AT WORK-Foundation und LGBT*IQ-Unternehmensnetzwerken initiiert.

Tipps fĂŒr lesbische Personen

Ein lesbisches Coming Out kann auch heute immer noch mit Schwierigkeiten und Diskriminierungserfahrungen verbunden sein. Wenn es Ihnen hilft,

  • suchen Sie sich VerbĂŒndete / Role Models im Unternehmen.
  • vernetzen Sie sich mit dem LGBT*IQ-Netzwerk.
  • suchen Sie sich UnterstĂŒtzung im Umgang mit unpassenden Kommentaren oder diskriminierendem Verhalten.
  • denken Sie immer daran: Sie bestimmen den Zeitpunkt und die Art Ihres Coming Outs.

Tipps FĂŒr Unternehmen

  • FĂŒr Unconscious Bias sensibilisieren
  • Klare Anforderungsprofile schaffen
  • Einstellungsverfahren anonymisieren
  • Aufbau / StĂ€rkung des internen LGBT*IQ-Netzwerks

AusfĂŒhrliche Informationen zu den einzelnen Punkten sind in der Studie “The L-Word in Business” zu finden. Diese beschĂ€ftigt sich mit der Situation lesbischer Frauen in der Arbeitswelt – mit Handlungsempfehlungen fĂŒr Arbeitgeber_innen.

TIpps fĂŒr Allies

  • Informieren Sie sich ĂŒber lesbische Themen.
  • Nutzen Sie eine genderinklusive Sprache.
  • Fetischisieren Sie keine lesbischen Beziehungen.
  • Setzen Sie sich fĂŒr die Rechte und gegen die Diskriminierung von lesbischen Personen ein. UnterstĂŒtzen Sie beispielsweise die Aktion nodoption, die sich gegen die Stiefkindadoption bei Regenbogenfamilien und fĂŒr die Anerkennung der Elternschaft einsetzt.

Beratungsstellen

Lesbenberatung Berlin

Die Lesbenberatung ist ein offener Ort fĂŒr Frauen, MĂ€dchen, Trans* und Inter* in unterschiedlichen Lebenssituationen. 

LesMigras

LesMigraS ist der Antidiskriminierungs- und Antigewaltbereich der Lesbenberatung Berlin e.V.

Letra

LeTRa steht fĂŒr Lesben(T)Raum und ist ein Wirklichkeit gewordener Ort fĂŒr Lesben, der Beratungsstelle, Treffpunkt und Veranstaltungsort ist.

LIBS – Lesben Informations- und Beratungsstelle e.V.

LIBS e.V. ist psychosoziale Beratungsstelle und gemeinnĂŒtziger Verein mit dem Ziel, den Ursachen und Folgen gesellschaftlicher Diskriminierung von lesbischen und bisexuellen MĂ€dchen und Frauen entgegenzuwirken – sei es aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung.

Regenbogenfamilien MĂŒnchen

Die Fach- und Beratungsstelle Regenbogenfamilien setzt sich dafĂŒr ein, gesellschaftliche Bedingungen, die Regenbogenfamilien aller Farben benachteiligt, totschweigt oder unsichtbar hĂ€lt, zu verĂ€ndern und zu verbessern.

Rosa Strippe

Der gemeinnĂŒtzige Verein Rosa Strippe befasst sich mit den individuellen und gesellschaftlichen Problemen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans* Personen und intersexuellen Menschen und leistet ihnen Hilfestellungen zur Lösung ihrer Probleme.

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FĂŒr einen RĂŒckblick und spannende Zitate zur letztjĂ€hrigen #theLworksout-Kampagne, schauen Sie auch gerne in unseren Beitrag zum Lesbian Visibility Day 2022.

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Weitere hilfreiche Informationen und Interviews finden Sie auch in unserem Beitrag
zum Lesbian Visibility Day 2021.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen in unserer GeschĂ€ftsstelle zur VerfĂŒgung.

Der Bi-Visibility Day 2021 findet seit 1999 jĂ€hrlich statt. Der heutige Tag beendet die Bisexual Awareness Week, die dieses Jahr vom 16.-23. September 2021 stattgefunden hat. Er soll ein Bewusstsein fĂŒr bisexuelle Menschen, ihre Anliegen und Diskriminierungserfahrungen schaffen sowie diese sichtbar machen. BisexualitĂ€t wird oftmals auch als Überbegriff fĂŒr verschiedene Bi-identitĂ€ten verwendet. Darunter zĂ€hlen z.B. Bisexuelle, Bicurious-Personen, Pansexuelle, Polysexuelle, Multisexuelle und Omnisexuelle.

Der Begriff BisexualitĂ€t bildet sich aus dem lateinischen Wort „bi“ (was soviel wie „zwei“ bedeutet) und steht (wortwörtlich und binĂ€r gesehen) fĂŒr das Interesse an dem eigenen Geschlecht als auch an dem gegenteiligen Geschlecht. Heutzutage, mit der fortschreitenden Auflösung der binĂ€ren Norm durch die nicht-binĂ€re GeschlechtsidentitĂ€t und anderen Ausdrucksformen von Geschlecht, gibt es schon lange Diskurse, wie binĂ€r diese sexuelle Orientierung wirklich zu sehen ist. Wichtig ist, dass jede_r Bisexuelle fĂŒr sich selbst eine eigene Definition von BisexualitĂ€t bildet, bei der bspw. nicht-binĂ€re oder trans*-Personen mit inbegriffen sind. Als ĂŒbergreifende Definition kann also festgesetzt werden, dass BisexualitĂ€t die Anziehung zu zwei oder mehr Geschlechtern beschreibt.

Die Symbolik hinter den Farben der Bisexuality-Flagge:

  • Pink steht sowohl fĂŒr die emotionale als auch sexuelle Anziehung zum selben Geschlecht.
  • Lila reprĂ€sentiert den „Overlap“, die Symbolik fĂŒr das Interesse an zwei oder mehr Geschlechtern.
  • Blau steht fĂŒr die emotionale als auch sexuelle Anziehung gegenĂŒber des anderen Geschlechts.

Interview mit prout executive Dr. folma kiser, Director bei der bayer AG

© Steffen Kugler / Dr. Folma Kiser

Welche prÀgenden Erfahrungen in Bezug auf deine BisexualitÀt hast Du (am Arbeitsplatz) gemacht?

Ehrlich gesagt wenige. Überraschte Gesichter ist vielleicht das Eine und komplettes Schweigen das Andere. Eine wirklich großartige Erfahrung aber war, als mit ein Kollege gesagt hat, dass er sich nun traut auch offen zu seiner SexualitĂ€t zu stehen. Er hat mich auf der PROUTExecutives-Liste gesehen und ist ĂŒberzeugt, dass man bei Bayer seine IdentitĂ€t offen leben kann und trotzdem eine Karriere möglich ist. Das hat ihn sehr ermutigt.

Wie wird das Thema BisexualtiÀt an Deinem Arbeitsplatz thematisiert?

SexualitĂ€t wird grundsĂ€tzlich nicht thematisiert, außer beim internen LGBT*IQ Netzwerk BLEND und am Rande beim Thema D&I.

Vor welchen Herausforderungen stehst Du als bisexuelle Person bzw. mit welchen Stereotypen siehst Du dich konfrontiert?

Ich sehe mich weniger als bisexuelle Person mit Herausforderungen konfrontiert sondern mehr als Regenbogenfamilie im Allgemeinen. Das sieht man daran, dass zum Beispiel die Begriffe “schwul”, “lesbisch” und “bi” auf Schulhöfen (und nicht nur da) immer noch als Schimpfwörter benutzt werden und auch Erzieher und Lehrer das Thema LGBT*IQ und allgemein Inklusion meiden. Gesellschaftliche Akzeptanz ist immer noch schwer, wenn die großen demokratischen Parteien hier auch nur halbherzig reagieren. Der Druck auf andere Staaten wie der G7 ist auch nicht da, sodass gleichgeschlechtliche Ehen nicht in allen G7 Staaten anerkannt sind. Meine Frau bekam in Japan nicht einmal einen „residence status“, wohingegen unsere Kinder und ich ihn bei unserem Aufenthalt bekamen.

Was hĂ€ttest Du dir fĂŒr dein Coming-Out noch gewĂŒnscht?

Das war fĂŒr mich noch zu Beginn der Internetzeit, mehr vernetzte Gruppen wĂ€ren hier toll gewesen. Ich denke, dass das Informationsangebot und allgemein Netzwerke heute deutlich besser sind. Und auch wenn das Thema LGBT+ in der Schule auf dem Lehrplan gestanden hĂ€tte – dann hĂ€tten es alle, die nicht hetero-cis sind, leichter gehabt, ihre IdentitĂ€t zu verstehen.

Statements von Accenture Mitarbeiter_innen zu ihren erfahrungen mit bisexualitÀt

© Accenture

Teresa Pieper – Management Consultant

Hallo, mein Name ist Teresa (she/her) und ich arbeite als Unternehmensberaterin im Bereich Finanzdienstleistungen.
Ich war 30 Jahre alt, als ich begriff, dass ich mich zu Menschen unabhĂ€ngig von ihrem Geschlecht hingezogen fĂŒhle.

Ich habe mich mit MĂ€nnern nie unwohl gefĂŒhlt, und das ist der Grund, warum ich nicht erkannt habe, dass ich mich auch zu Frauen und anderen Geschlechtern hingezogen fĂŒhle.

Mit einer grĂ¶ĂŸeren Sichtbarkeit von Menschen, die sich als bisexuell identifizieren, hĂ€tte ich das viel frĂŒher erkennen können und hĂ€tte somit das GefĂŒhl gehabt, dass es eine ernstzunehmende sexuelle Orientierung ist und nicht nur “eine Phase” oder ein “verwirrt sein”. Vorbilder und eine allgemeine Akzeptanz von Bi-SexualitĂ€t sind so wichtig fĂŒr uns, um zu zeigen, dass SexualitĂ€t nicht nur entweder heterosexuell oder schwul ist.

Ein integratives und informatives Arbeitsumfeld hilft mir, ich selbst zu sein, weiter zu lernen, Kollegen und Freunde aufzuklĂ€ren und mich sicher zu fĂŒhlen, wenn ich Kunden gegenĂŒberstehe. Ich weiß, dass mein Arbeitgeber immer hinter mir steht.

© Accenture

Vanessa Zimmermann – Executive Support Analyst

Ich wĂŒnschte, mein Umfeld hĂ€tte es ernst genommen und es nicht einfach als “Phase” deklariert. Die meisten Leute waren ĂŒberrascht und die augenblickliche Reaktion war in der Regel: “Du siehst nicht so aus” – was frustrierend sein kann.

BisexualitĂ€t ist nicht das prĂ€senteste Thema in der LGBT+-Gemeinschaft, die meisten Menschen stehen dem offen gegenĂŒber, aber ich bekomme oft negative Kommentare wie: “Du musst dich entscheiden” oder “Das ist einfach nicht das Wahre” – die Leute nehmen es einfach nicht ernst. Aus denselben GrĂŒnden war ich positiv ĂŒberrascht, als ich von unserer lokalen Feier zum Tag der bisexuellen Sichtbarkeit hörte. Manche Menschen wissen es nicht besser, und diese Orte können uns helfen, das Bewusstsein zu schĂ€rfen, um weiter auf dem Weg zu einem integrativeren Arbeitsumfeld voranzukommen.

© Felix Steinhardt

Felix Steinhardt – Digital Business Consultant

Als PRIDE Lead Germany ist es eine meiner Aufgaben, alle Mitglieder unserer Gemeinschaft so gut wie möglich zu unterstĂŒtzen. FĂŒr mich ist die Bedeutung von Sichtbarkeit grundlegend, um eine engere Verbindung zu unseren Mitgliedern und ihren Geschichten herzustellen. Als bisexuelle Person weiß ich, dass es manchmal schwer sein kann, sich gegen die Etiketten zu wehren, die andere uns aufdrĂŒcken wollen, aber hey… es gibt nichts Besseres, als stolz darauf zu sein, wer man ist!

Unser Bekenntnis zur Vielfalt ist allgegenwĂ€rtig spĂŒrbar und hilft unseren Teams innovative Lösungen zu schaffen. Niemand muss sich verstellen – gegenseitiger Respekt und Empathie machen uns zu einer großen Familie.  

© Timona Borhanuddin

Timona Borhanuddin – Technology Strategy & Advisory

Ich bin in Hamburg geboren. Mit sechs Jahren zog ich mit meiner Familie allerdings zurĂŒck nach Bangladesch. Aufgrund der kulturellen und traditionellen Normen in Bangladesch war ich als Kind und jugedliche mit vielen Stereotypen konfrontiert. Mir wurde beigebracht, wie man die perfekte Hausfrau fĂŒr einen Mann ist, und dass man heiraten muss um seine Eltern stolz zu machen. Es war nicht einfach all diese Stereotypen zu brechen.

Heute bin ich OUT, LOUD und PROUD darauf, dass ich beruflich erfolgreich bin, dass ich zu meiner BisexualitÀt stehe und dass ich alles zu meinen eigenen Bedingungen erreicht habe.

Stereotypen sind von der Gesellschaft gesetzt, und wir können sie ĂŒberwinden, wenn wir an uns glauben und offen darĂŒber sprechen.

Bevor ich zu Accenture gekommen bin, habe ich in einer kleineren Unternehmensberatung gearbeitet, wo ich nicht das GefĂŒhl hatte, mich selbst sein zu können. Ich traute mich nicht bei meinem vorherigen Arbeitgeber, offen ĂŒber meine sexuelle Orientierung oder LGBT+ Themen zu sprechen. Umso mehr habe ich beim Arbeitgeberwechsel darauf geachtet, dass ich als Person wahrgenommen werde. Ich glaube fest daran, dass wir alle besser arbeiten und im Team erfolgreicher sind, wenn wir eine offene und tolerante Umgebung schaffen, in der wir uns gegenseitig respektieren und alle sie selbst sein können.

In Accenture wird man dazu motiviert und dabei unterstĂŒtzt sein authentisches Selbst an den Arbeitsplatz zu bringen. Wenn das bedeutet, dass man ĂŒber seine sexuelle Orientierung sprechen möchte, dann sollte man dies problemlos machen können.

Accenture fördert einen inklusiven Arbeitsplatz und schafft mit speziellen LGBT+-Trainings, Mentoring-Programmen und einem modernen Leadership-VerstÀndnis und einem offenen Austausch ein Umfeld, in dem sich alle bestmöglich entwickeln und entfalten und sich Selbst sein können.

Die Aussagen basieren auf den persönliche Erfahrungen und Meinungen der Mitarbeiter_innen, weshalb sie nicht die Meinung von Accenture oder Bayer widerspiegeln.

Tipps und Empfehlungen

Zum diesjĂ€hrigen Transgender Day of Visibility teilen wir mit Euch einfache Tipps und VorschlĂ€ge, mit denen Ihr zu einem Ally fĂŒr trans* Menschen werden könnt. Ihr fragt Euch, was ein Ally ist und wollt mehr zum Thema #TDOV erfahren? Dann haben wir hier ein paar nĂŒtzliche Informationen fĂŒr Euch zusammengetragen.

#TDOV

Der Transgender Day of Visibility (kurz: TDOV) wird seit 2009 jĂ€hrlich am 31. MĂ€rz gefeiert und legt den Fokus auf die Sichtbarkeit von trans* Menschen. Wieso? Ganz einfach: trans* Menschen werden nach wie vor diskriminiert, benachteiligt und erfahren im öffentlichen Leben wenig Aufmerksamkeit. Deshalb wird dieser Tag genutzt, um auf MissstĂ€nde hinzuweisen, sich fĂŒr trans* Menschen einzusetzen und sie zu feiern.

  • trans* stellt einen Sammelbegriff dar, bei dem das * stellvertretend fĂŒr die vielen Bezeichnungen und AusprĂ€gungen von Geschlecht und geschlechtlicher IdentitĂ€t, die weit ĂŒber transsexuell, transident, etc. hinausgehen.

„Was kann ich als Ally tun, um trans* Menschen
zu unterstĂŒtzen?“

Was ist ĂŒberhaupt ein Ally?

Generell sind Allies VerbĂŒndete, also Menschen, die sich anderen gegenĂŒber solidarisch zeigen. Bei LGBT*IQ-Allies geht es grundsĂ€tzlich um die Solidarisierung mit Menschen, die aufgrund ihrer IdentitĂ€t, in Bezug auf Geschlecht, Ausdruck und SexualitĂ€t, gesellschaftliche Benachteiligung und/oder Diskriminierung erfahren.

FĂŒr die Solidarisierung mit und UnterstĂŒtzung von trans* Menschen gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Dabei stellen die hier angefĂŒhrten Beispiele nur einen Auszug und keine vollstĂ€ndige Liste dar. Vielmehr sind die Tipps als Inspiration zu verstehen, um sich bewusster mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Informieren:

Suche explizit nach trans* relevanten Themen im Internet.

Zum Einstieg können hier Filme, Reportagen, Internetseiten oder Social-Media-KanĂ€le fĂŒr eine erste AnnĂ€herung an das Thema hilfreich sein. Zur Vereinfachung haben wir Dir hier einige interessante sowie informative Beispiele aus unterschiedlichen Kategorien herausgesucht:

  • Becoming a Visible Man (2004): Autobiographie und Kommentar von Jamison Green.
  • Blaue Augen bleiben blau: Mein Leben. (2010): Biographie von Balian Buschbaum.
  • Eine fantastische Frau (2017): OscarprĂ€mierter Film ĂŒber eine trans* Frau.
  • Girl (2018): Spielfilm ĂŒber ein fĂŒnfzehnjĂ€hriges trans* MĂ€dchen.
  • Romeos (2011): Spielfilm um einen schwulen trans* Mann.

Nutze eine genderinklusive Sprache.
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Sprache hat einen direkten Einfluss auf unser Denken sowie unsere Wahrnehmung und schafft dadurch RealitĂ€ten. Genderinklusive und -gerechte Sprache ist also ein wesentlicher Faktor fĂŒr einen diskriminierungsfreien Umgang miteinander und fördert aktiv die Gleichstellung aller Geschlechter. Momentan arbeiten wir an der Veröffentlichung eines Leitfadens fĂŒr eine genderinklusive und -gerechte Sprache. Sobald dieser auf unserer Website zur VerfĂŒgung steht, lassen wir es Dich wissen.

Eine konkrete Anlaufstelle stellt fair language dar, die beispielsweise ein Browser Plugin anbieten, das automatisch alternative genderinklusive Formulierungen vorschlĂ€gt. Wer eine Übersicht zu Alternativen fĂŒr bestimmte Begriffe sucht, kann online beim Genderwörterbuch fĂŒndig werden. DarĂŒber hinaus haben wir im Rahmen der EinfĂŒhrung der dritten Option einen HOW TO: Guide herausgebracht, der sich unter anderem mit genderinklusiven Alternativen zu gĂ€ngigen Formulierungen beschĂ€ftigt.

Kennst du eine trans* Person in deinem Umfeld?
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Du kennst eine oder mehrere trans* Person(en), weißt aber nicht, wie du sie ansprechen sollst? Dann sind die VorschlĂ€ge zum Punkt “Kommunizieren” hoffentlich hilfreich.
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Du kennst keine trans* Person? In Zeiten von Social Media ist es einfacher geworden: Suche beispielsweise mit dem Stichwort “trans*” nach passenden Profilen auf Instagram und trete so mit ihr in Kontakt. Alternativ kannst du dich auch ĂŒber Veranstaltungen fĂŒr LGBT*IQ-Menschen informieren. Die Wahrscheinlichkeit dort mit einer trans* Person ins GesprĂ€ch zu kommen ist sehr viel grĂ¶ĂŸer.

Kommunizieren:

Benutze die Pronomen, die eine trans* Person fĂŒr sich verwendet.

Frage die Person nicht nach ihrem “echten” oder “alten” Namen und den dazugehörigen Pronomen. Respektiere, dass sie diesen abgelegt hat. Benutze einfach das gewĂŒnschte Pronomen, nicht Deine Vermutung. Bei jeglicher Unsicherheit bist Du schon beim nĂ€chsten Punkt.

Habe keine Angst davor Fragen zu stellen, die du auch beantworten wĂŒrdest.

Wenn Dir etwas unklar ist: Frage höflich nach. Dabei gilt, dass Du jede Frage, bei dessen Beantwortung Du dich selbst unwohl fĂŒhlst, einfach nicht stellst.

Wir alle nutzen sie, aber vermeide Aussagen basierend auf Stereotypen ĂŒber trans* Menschen.

Ganz allgemein geben uns Stereotype Sicherheit, indem sie unsere Umwelt ordnen und uns ein positives Zugehörigkeits- sowie SelbstwertgefĂŒhl verschaffen. Dadurch grenzen wir uns von anderen ab, können “das Andere” allerdings auch abwerten. Wenn es beispielsweise um Geschlechterstereotype geht, können Aussagen wie “Du siehst aber aus wie eine echte Frau!” oder “Solche Kleidung trĂ€gt kein richtiger Mann.” verletzend fĂŒr trans* Menschen sein. Denn: der eigene geschlechtliche Ausdruck ist individuell. Akzeptiere die Person so, wie sie ist.

Handeln:
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Setze dich fĂŒr die Rechte und gegen die Diskriminierung von trans* Menschen ein.

Nachdem Du dich bereits informiert hast, kannst du jetzt in Aktion treten. Beispielsweise durch die Teilnahme an Demonstrationen, eine Spende an Organisationen oder der ehrenamtlichen TĂ€tigkeit in Vereinen. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten sich fĂŒr die Rechte und gegen die Diskriminierung von trans* Menschen einzusetzen. Recherchiere dazu weiter im Internet. Hier haben wir fĂŒr Dich nur einen kleinen Auszug:

  • Bundesvereinigung trans*: Macht sich fĂŒr geschlechtliche Selbstbestimmung und Vielfalt stark.
  • trans* – Ja und?: Das Projekt wird vom Bundesministerium fĂŒr Familien, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und setzt sich fĂŒr Empowerment und gegen Diskriminierung von jungen trans* Menschen ein.
  • Transmann e.V.: Ein bundesweiter und gemeinnĂŒtziger Verein fĂŒr Frau-zu-Mann (FzM/FtM) Trans* und Inter*-Personen.
  • TransInterQueer e.V.: Dabei handelt es sich um einen Verein, der sich fĂŒr trans*, inter* und queer Menschen einsetzt.
  • PROUT AT WORK-Foundation: Wir setzen uns auch fĂŒr die Chancengleichheit von trans* Menschen am Arbeitsplatz ein und arbeiten dafĂŒr eng mit Unternehmen und LGBT*IQ-Netzwerken zusammen.

Besuche eine Informationsveranstaltung zum Thema trans* in deiner Umgebung.

In deiner Umgebung gibt es sicherlich eine passende Veranstaltung. Egal ob Filmfestival, Themenabend oder ein “Stammtisch” Treffen. Die bereits angefĂŒhrten Websites verweisen auf bevorstehende Termine, an denen auch Du teilnehmen kannst. Informiere dich aber vorher, ob die Veranstaltungen auch wirklich fĂŒr alle offen sind. Wenn nicht, respektiere das und frage einfach nach anderen Terminen, an denen Du teilnehmen kannst. Werde kreativ und halte die Augen offen!

Bleibe interessiert und bilde dich stetig weiter.
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Gebe dich nicht mit einmal gelerntem Wissen zufrieden. Jede trans* Person ist genauso einzigartig und individuell wie Du! Lass dich auf sie ein und behandle sie so, wie Du auch behandelt werden möchtest.