Nachdem Hubertus Heil, Bundesminister f√ľr Arbeit und Soziales, vergangenes Jahr den PRIDE DAY GERMANY mit einer Videobotschaft unterst√ľtzte, freuen wir uns sehr, dass er in diesem Jahr die Schirmherrschaft f√ľr den unternehmens√ľbergreifenden Aktionstag √ľbernimmt!

Wir freuen uns riesig, auch dieses Jahr zum PRIDE DAY GERMANY 2022 eine Videobotschaft des Bundesministers teilen zu d√ľrfen.

Der Bi-Visibility Day 2021 findet seit 1999 j√§hrlich statt. Der heutige Tag beendet die Bisexual Awareness Week, die dieses Jahr vom 16.-23. September 2021 stattgefunden hat. Er soll ein Bewusstsein f√ľr bisexuelle Menschen, ihre Anliegen und Diskriminierungserfahrungen schaffen sowie diese sichtbar machen. Bisexualit√§t wird oftmals auch als √úberbegriff f√ľr verschiedene Bi-identit√§ten verwendet. Darunter z√§hlen z.B. Bisexuelle, Bicurious-Personen, Pansexuelle, Polysexuelle, Multisexuelle und Omnisexuelle.

Der Begriff Bisexualit√§t bildet sich aus dem lateinischen Wort ‚Äěbi‚Äú (was soviel wie ‚Äězwei‚Äú bedeutet) und steht (wortw√∂rtlich und bin√§r gesehen) f√ľr das Interesse an dem eigenen Geschlecht als auch an dem gegenteiligen Geschlecht. Heutzutage, mit der fortschreitenden Aufl√∂sung der bin√§ren Norm durch die nicht-bin√§re Geschlechtsidentit√§t und anderen Ausdrucksformen von Geschlecht, gibt es schon lange Diskurse, wie bin√§r diese sexuelle Orientierung wirklich zu sehen ist. Wichtig ist, dass jede_r Bisexuelle f√ľr sich selbst eine eigene Definition von Bisexualit√§t bildet, bei der bspw. nicht-bin√§re oder trans*-Personen mit inbegriffen sind. Als √ľbergreifende Definition kann also festgesetzt werden, dass Bisexualit√§t die Anziehung zu zwei oder mehr Geschlechtern beschreibt.

Die Symbolik hinter den Farben der Bisexuality-Flagge:

  • Pink steht sowohl f√ľr die emotionale als auch sexuelle Anziehung zum selben Geschlecht.
  • Lila repr√§sentiert den ‚ÄěOverlap‚Äú, die Symbolik f√ľr das Interesse an zwei oder mehr Geschlechtern.
  • Blau steht f√ľr die emotionale als auch sexuelle Anziehung gegen√ľber des anderen Geschlechts.

Interview mit prout executive Dr. folma kiser, Director bei der bayer AG

© Steffen Kugler / Dr. Folma Kiser

Welche prägenden Erfahrungen in Bezug auf deine Bisexualität hast Du (am Arbeitsplatz) gemacht?

Ehrlich gesagt wenige. √úberraschte Gesichter ist vielleicht das Eine und komplettes Schweigen das Andere. Eine wirklich gro√üartige Erfahrung aber war, als mit ein Kollege gesagt hat, dass er sich nun traut auch offen zu seiner Sexualit√§t zu stehen. Er hat mich auf der PROUTExecutives-Liste gesehen und ist √ľberzeugt, dass man bei Bayer seine Identit√§t offen leben kann und trotzdem eine Karriere m√∂glich ist. Das hat ihn sehr ermutigt.

Wie wird das Thema Bisexualtiät an Deinem Arbeitsplatz thematisiert?

Sexualität wird grundsätzlich nicht thematisiert, außer beim internen LGBT*IQ Netzwerk BLEND und am Rande beim Thema D&I.

Vor welchen Herausforderungen stehst Du als bisexuelle Person bzw. mit welchen Stereotypen siehst Du dich konfrontiert?

Ich sehe mich weniger als bisexuelle Person mit Herausforderungen konfrontiert sondern mehr als Regenbogenfamilie im Allgemeinen. Das sieht man daran, dass zum Beispiel die Begriffe “schwul”, “lesbisch” und “bi” auf Schulh√∂fen (und nicht nur da) immer noch als Schimpfw√∂rter benutzt werden und auch Erzieher und Lehrer das Thema LGBT*IQ und allgemein Inklusion meiden. Gesellschaftliche Akzeptanz ist immer noch schwer, wenn die gro√üen demokratischen Parteien hier auch nur halbherzig reagieren. Der Druck auf andere Staaten wie der G7 ist auch nicht da, sodass gleichgeschlechtliche Ehen nicht in allen G7 Staaten anerkannt sind. Meine Frau bekam in Japan nicht einmal einen ‚Äěresidence status‚Äú, wohingegen unsere Kinder und ich ihn bei unserem Aufenthalt bekamen.

Was h√§ttest Du dir f√ľr dein Coming-Out noch gew√ľnscht?

Das war f√ľr mich noch zu Beginn der Internetzeit, mehr vernetzte Gruppen w√§ren hier toll gewesen. Ich denke, dass das Informationsangebot und allgemein Netzwerke heute deutlich besser sind. Und auch wenn das Thema LGBT+ in der Schule auf dem Lehrplan gestanden h√§tte – dann h√§tten es alle, die nicht hetero-cis sind, leichter gehabt, ihre Identit√§t zu verstehen.

Statements von Accenture Mitarbeiter_innen zu ihren erfahrungen mit bisexualität

© Accenture

Teresa Pieper – Management Consultant

Hallo, mein Name ist Teresa (she/her) und ich arbeite als Unternehmensberaterin im Bereich Finanzdienstleistungen.
Ich war 30 Jahre alt, als ich begriff, dass ich mich zu Menschen unabh√§ngig von ihrem Geschlecht hingezogen f√ľhle.

Ich habe mich mit M√§nnern nie unwohl gef√ľhlt, und das ist der Grund, warum ich nicht erkannt habe, dass ich mich auch zu Frauen und anderen Geschlechtern hingezogen f√ľhle.

Mit einer gr√∂√üeren Sichtbarkeit von Menschen, die sich als bisexuell identifizieren, h√§tte ich das viel fr√ľher erkennen k√∂nnen und h√§tte somit das Gef√ľhl gehabt, dass es eine ernstzunehmende sexuelle Orientierung ist und nicht nur “eine Phase” oder ein “verwirrt sein”. Vorbilder und eine allgemeine Akzeptanz von Bi-Sexualit√§t sind so wichtig f√ľr uns, um zu zeigen, dass Sexualit√§t nicht nur entweder heterosexuell oder schwul ist.

Ein integratives und informatives Arbeitsumfeld hilft mir, ich selbst zu sein, weiter zu lernen, Kollegen und Freunde aufzukl√§ren und mich sicher zu f√ľhlen, wenn ich Kunden gegen√ľberstehe. Ich wei√ü, dass mein Arbeitgeber immer hinter mir steht.

© Accenture

Vanessa Zimmermann – Executive Support Analyst

Ich w√ľnschte, mein Umfeld h√§tte es ernst genommen und es nicht einfach als “Phase” deklariert. Die meisten Leute waren √ľberrascht und die augenblickliche Reaktion war in der Regel: “Du siehst nicht so aus” – was frustrierend sein kann.

Bisexualit√§t ist nicht das pr√§senteste Thema in der LGBT+-Gemeinschaft, die meisten Menschen stehen dem offen gegen√ľber, aber ich bekomme oft negative Kommentare wie: “Du musst dich entscheiden” oder “Das ist einfach nicht das Wahre” – die Leute nehmen es einfach nicht ernst. Aus denselben Gr√ľnden war ich positiv √ľberrascht, als ich von unserer lokalen Feier zum Tag der bisexuellen Sichtbarkeit h√∂rte. Manche Menschen wissen es nicht besser, und diese Orte k√∂nnen uns helfen, das Bewusstsein zu sch√§rfen, um weiter auf dem Weg zu einem integrativeren Arbeitsumfeld voranzukommen.

© Felix Steinhardt

Felix Steinhardt – Digital Business Consultant

Als PRIDE Lead Germany ist es eine meiner Aufgaben, alle Mitglieder unserer Gemeinschaft so gut wie m√∂glich zu unterst√ľtzen. F√ľr mich ist die Bedeutung von Sichtbarkeit grundlegend, um eine engere Verbindung zu unseren Mitgliedern und ihren Geschichten herzustellen. Als bisexuelle Person wei√ü ich, dass es manchmal schwer sein kann, sich gegen die Etiketten zu wehren, die andere uns aufdr√ľcken wollen, aber hey… es gibt nichts Besseres, als stolz darauf zu sein, wer man ist!

Unser Bekenntnis zur Vielfalt ist allgegenw√§rtig sp√ľrbar und hilft unseren Teams innovative L√∂sungen zu schaffen. Niemand muss sich verstellen ‚Äď gegenseitiger Respekt und Empathie machen uns zu einer gro√üen Familie.  

© Timona Borhanuddin

Timona Borhanuddin – Technology Strategy & Advisory

Ich bin in Hamburg geboren. Mit sechs Jahren zog ich mit meiner Familie allerdings zur√ľck nach Bangladesch. Aufgrund der kulturellen und traditionellen Normen in Bangladesch war ich als Kind und jugedliche mit vielen Stereotypen konfrontiert. Mir wurde beigebracht, wie man die perfekte Hausfrau f√ľr einen Mann ist, und dass man heiraten muss um seine Eltern stolz zu machen. Es war nicht einfach all diese Stereotypen zu brechen.

Heute bin ich OUT, LOUD und PROUD darauf, dass ich beruflich erfolgreich bin, dass ich zu meiner Bisexualität stehe und dass ich alles zu meinen eigenen Bedingungen erreicht habe.

Stereotypen sind von der Gesellschaft gesetzt, und wir k√∂nnen sie √ľberwinden, wenn wir an uns glauben und offen dar√ľber sprechen.

Bevor ich zu Accenture gekommen bin, habe ich in einer kleineren Unternehmensberatung gearbeitet, wo ich nicht das Gef√ľhl hatte, mich selbst sein zu k√∂nnen. Ich traute mich nicht bei meinem vorherigen Arbeitgeber, offen √ľber meine sexuelle Orientierung oder LGBT+ Themen zu sprechen. Umso mehr habe ich beim Arbeitgeberwechsel darauf geachtet, dass ich als Person wahrgenommen werde. Ich glaube fest daran, dass wir alle besser arbeiten und im Team erfolgreicher sind, wenn wir eine offene und tolerante Umgebung schaffen, in der wir uns gegenseitig respektieren und alle sie selbst sein k√∂nnen.

In Accenture wird man dazu motiviert und dabei unterst√ľtzt sein authentisches Selbst an den Arbeitsplatz zu bringen. Wenn das bedeutet, dass man √ľber seine sexuelle Orientierung sprechen m√∂chte, dann sollte man dies problemlos machen k√∂nnen.

Accenture fördert einen inklusiven Arbeitsplatz und schafft mit speziellen LGBT+-Trainings, Mentoring-Programmen und einem modernen Leadership-Verständnis und einem offenen Austausch ein Umfeld, in dem sich alle bestmöglich entwickeln und entfalten und sich Selbst sein können.

Die Aussagen basieren auf den persönliche Erfahrungen und Meinungen der Mitarbeiter_innen, weshalb sie nicht die Meinung von Accenture oder Bayer widerspiegeln.

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