Sandra Stadler, im BFD bei PROUT AT WORK

Bundesfreiwilligendienst f√ľr Chancengleichheit – ein Erfahrungsbericht

“Denn egal ob hetero oder queer, cis oder trans*, jede_r kann dabei helfen, LGBT*IQ Sichtbarkeit zu verschaffen.”

Offenheit, Vertrauen, Toleranz, Weiterentwicklung, Verantwortung, Wertsch√§tzung, Teamarbeit. Diese und noch viel mehr Werte hat mir mein Bundesfreiwilligendienst bei PROUT AT WORK schon n√§hergebracht. Nach meinem Abitur stand ich vor einem Meer an Entscheidungsm√∂glichkeiten f√ľr meinen sp√§teren beruflichen Werdegang. Da f√ľr mich allerdings bald klar war, dass ich vor dem Antritt eines Studiums zuerst praktische Arbeitserfahrung sammeln m√∂chte, kam ich schnell auf den Gedanken einen Bundesfreiwilligendienst zu absolvieren.

Warum LGBT*IQ?

In meiner ehemaligen Schule stand das Thema LGBT*IQ ziemlich unber√ľhrt im Hintergrund und ich habe auch erst sp√§t damit begonnen, mich privat mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ich habe damit angefangen neuen Social Media Seiten zu folgen, queere B√ľcher zu lesen, Podcasts zu h√∂ren, YouTube Videos zum Thema LGBT*IQ anzuschauen.  

Denn egal ob hetero oder queer, cis oder trans*, jede_r kann dabei helfen, LGBT*IQ Sichtbarkeit zu verschaffen. F√ľr mich bekam das Thema mit meiner wachsenden Recherche immer mehr Relevanz, auch in meinem Alltag.

Inwiefern bereichert mich der Freiwilligendienst bei PROUT AT WORK?

Meine Zeit bei PROUT AT WORK besteht selten aus Kaffee kochen, au√üer nat√ľrlich ich m√∂chte selbst einen trinken. Ich wurde schnell in die Arbeit des Teams mit einbezogen und bekam auch bald eigene Aufgaben in verschiedenen Bereichen der Stiftungsarbeit. Mittlerweile arbeite ich haupts√§chlich im Kommunikations- und Social Media Bereich, was mir auch sehr Spa√ü macht.

Abgesehen davon, dass ich vor allem in Bezug auf LGBT*IQ jeden Tag aufs Neue wieder unglaublich viel dazulerne, habe ich bereits besonders viele Erfahrungen in der Teamarbeit gesammelt. Aber auch, wie es ist ab und zu ins kalte Wasser geschmissen zu werden und wie man wieder daraus auftauchen bzw. lernen kann effektiv darin zu schwimmen. Vor allem aber habe ich gelernt, dass es okay und absolut normal ist, nicht auf Anhieb alles zu können, Fehler zu machen, an diesen zu lernen und sogar einen Nutzen ziehen zu können.

Ich habe mich bereits von Anfang an unglaublich wohl im Team gef√ľhlt und wurde gut aufgenommen. Ich kann einfach genau die Person sein, die ich bin, ohne mir Sorgen machen zu m√ľssen, nicht akzeptiert zu werden, denn genau daf√ľr stehen wir bei PROUT AT WORK! Uns das hat sich gl√ľcklicherweise auch nicht seit meiner Arbeit im Homeoffice ab Januar ge√§ndert. Zwar war ich mir zu Beginn etwas unsicher dar√ľber, wie effizient ich von zu Hause aus arbeiten kann, besonders ohne den gewohnten Arbeitsweg nach M√ľnchen und den direkten sozialen Kontakt zu Kolleg_innen. Doch ich bin positiv √ľberrascht, wie gut die Zusammenarbeit im Team trotz ausschlie√ülich virtuellem Kontakt funktioniert. Dar√ľber hinaus ist es auch eine neue Art der Arbeitserfahrung, die unter anderem Lernm√∂glichkeiten im Zeit Management oder der Aufgabenstrukturierung bietet.

Und obwohl ich zwar direkt aus der Schule komme und somit zum Beispiel noch kein abgeschlossenes Studium habe, bekomme ich hier trotzdem die Chance mich in verschiedenen Aufgabenbereichen auszuprobieren und dar√ľber auch offen im Team zu kommunizieren.

Bei unserer Jahreskonferenz im Oktober beispielsweise war von Social Media Postings vorbereiten und unsere Kan√§le w√§hrend der Konferenz zu verwalten, virtuelle Messest√§nde koordinieren, in Meetings mit Kooperationspartnern mitzuplanen, √ľber Pakete verpacken, Panels betreuen und vorbereiten, sowie am Konferenztag selbst mithelfen bis hin zur Nachbereitung des Tages alles dabei.
Und auch bei unserer LGBT*IQ Awards Verleihung am Vortag konnte ich tatkr√§ftig unterst√ľtzen: Ich arbeitete sowohl im Studio vor Ort , verwaltete unsere Social-Media-Kan√§le vor, w√§hrend und nach der Live√ľbertragung und, half dem Team bei allen anderen anfallenden Aufgaben.

Abgesehen von den PROUT AT WORK-Jahreshighlights ist mein Arbeitsalltag grunds√§tzlich sehr abwechslungsreich. Beispielsweise unterst√ľtze ich seit dem Start der PROUT PERFORMER das Projekt mit einer gemeinsam ausgearbeiteten Social Media Kampagne und auch bei unseren monatlichen TOGATHERINGs bin ich in der Planung und Ausarbeitung mit dabei. Seit Anfang 2021 geh√∂rt besonders auch unser Newsletter zu meinen t√§glichen Aufgaben, f√ľr welchen ich Inhalte erarbeite und sammle, sowie diesen bis zu seiner Finalfassung hin erstelle und schlie√ülich an unsere Abonnent_innen verschicke.

Mein Fazit:

Als ich meinen Bundesfreiwilligendienst begonnen hatte, habe ich mir einfach nur ein Jahr erwartet, in dem ich neue Erkenntnisse und Erfahrungen sammeln und ein bisschen in den Alltag der Arbeitswelt hineinschnuppern kann.

Und genau diese Vorstellungen wurden nicht nur erf√ľllt, sondern sogar √ľbertroffen. Ich habe herausgefunden, wo meine St√§rken liegen, wurde auch in diesen best√§tigt und bekam die Chance, sie f√ľr meinen Bundesfreiwilligendienst zu nutzen. Ich habe gelernt, wie ich in einem heterogenen Team mitarbeiten und genauso meinen Teil zur Stiftungsarbeit beitragen kann, wie alle anderen. Und zwar unabh√§ngig von meiner Arbeitserfahrung, meiner sexuellen Orientierung oder meiner geschlechtlichen Identit√§t. Denn wichtig ist nur, wie man als individuelle Person das Umfeld durch die pers√∂nlichen Eigenschaften und den eigenen Arbeitsanteil bereichern, sowie auch sich selbst basierend darauf weiterentwickeln kann.

Interesse an einem Bundesfreiwilligendienst?

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