Kampagnenfoto mit Slogan "Visibiles #theLworksout"

Kampagne: #theLworksout zum diesjÀhrigen Lesbian Visibility Day

Lesbische Personen und auch bisexuelle Frauen werden oft nicht wahrgenommen, man spricht von Lesbian Invisibility. Es gibt bis heute wenige sichtbare lesbische Vorbilder – insbesondere im Business-Kontext. In vielen Netzwerken sind lesbische Personen in der Minderzahl. Dadurch fehlen die Bezugspersonen fĂŒr neue und jĂŒngere Kolleg_innen. Durch die netzwerk- und branchenĂŒbergreifende Kampagne #theLworksout am 26. April, können wir die offen lesbischen Personen stĂ€rken und gemeinsam durch eine große Anzahl an Teilnehmer_innen Sichtbarkeit schaffen sowie die Vielfalt lesbischer Personen verdeutlichen.

Wie kann ich an der Aktion teilnehmen?
  • Informieren und sprechen Sie lesbische Personen aus dem eigenen Netzwerk und darĂŒber hinaus an, um sie auf die Aktion aufmerksam zu machen
  • Erstellen Sie ein PortrĂ€tfoto mit Hilfe der Vorlagen, egal ob ausgedruckt oder digital mit dem Tablet. Gerne können Sie die Vorlage auch in bspw. Graustufen nutzen. (KlĂ€ren Sie im Vorfeld unbedingt ab, ob Sie das Unternehmenslogo der_des Arbeitgeber_in zusammen mit der Vorlage nutzen dĂŒrfen. Stattdessen können Sie den Unternehmensnamen verwenden oder die Vorlage ohne Unternehmensangabe nutzen.)
  • Posten Sie ihr eigenes Kampagnenfoto am 26. April 2022 ab 10:00 Uhr mit den jeweiligen Hashtags und Taggings auf denen von Ihnen genutzten Social Media KanĂ€len
Hashtags

#theLworksout
#LesbianVisibilityDay
#LesbianVisibility
#LesbischeSichtbarkeit
#LGBTIQBusinessLadies
#ProutAtWork
#LGBTIQRoleModels
#FlaggeFĂŒrVielfalt

Taggings

PROUT AT WORK
Facebook: @PrOut@Work
Instagram: @proutatwork
LinkedIn: @PROUT AT WORK-Foundation
Twitter: @proutatwork

Ggf. eigenes Unternehmen

Positionieren Sie sich und Ihr Unternehmen als UnterstĂŒtzer_in der Kampagne und fĂŒr lesbische Sichtbarkeit und rufen Sie Mitarbeiter_innen zur Teilnahme auf.
Die Kampagne wurde gemeinsam von der PROUT AT WORK-Foundation und LGBT*IQ-Unternehmensnetzwerken initiiert. Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) unterstĂŒtzt die Aktion.

Lesbian Visibility Day 2022

Seit 2008 wird der Lesbian Visibility Day am 26. April gefeiert. Der Awareness Day soll die komplexen Lebenswirklichkeiten lesbischer Personen sichtbar machen und ihnen die oftmals fehlende Aufmerksamkeit und Anerkennung schenken, die sie verdienen. Das Wort ‘lesbisch’ geht auf die antike griechische Dichterin Sappho zurĂŒck, die auf der Insel Lesbos lebte und in ihren Werken die Liebe und Leidenschaft zwischen Frauen thematisierte. Als ‘lesbisch’ bezeichnen sich oft weiblich sozialisierte Personen, die sich romantisch und/oder sexuell zu anderen weiblich sozialisierten Personen hingezogen fĂŒhlen. Dazu zĂ€hlen auch trans*, inter*, non-binĂ€re und agender Personen.

Im Rahmen des Awareness Days haben wir lesbische Personen gefragt, was getan werden kann, um lesbische Sichtbarkeit am Arbeitsplatz zu verstÀrken. Viele Antworten mit konkreten Möglichkeiten finden Sie hier zusammengetragen.

Foto von Anna Pavlitschek
Anna Pavlitschek (sie/ ihr), Projektleiterin im Bereich der Rewe Beschaffungslogistik und Sprecherin von DI.To, dem LGBT*IQ-Netzwerk der Rewe Group

„Lesbische Sichtbarkeit kann nur gesteigert werden, wenn sich lesbische Frauen auch in Ihrem Arbeitsalltag offen zu Ihrer SexualitĂ€t bekennen, bzw. kein Geheimnis darum machen. Der natĂŒrlich offene Umgang mit unserem Privatleben, ob am Kaffeeautomaten oder im Meeting, ist der SchlĂŒssel. Gerade von lesbischen Frauen in FĂŒhrungspositionen wĂŒnsche ich mir eine gewisse Vorbildfunktion.“

Daniela Leonbacher (sie/ ihr), Sachbearbeiterin, ERGO Reiseversicherung

„LGBT+ Netzwerke in Unternehmen können einen wichtigen Beitrag leisten, um das L in LGBT+ sichtbar zu machen. Mit dem Pride@ergo Netzwerk stehen wir fĂŒr Toleranz und Offenheit, wir zeigen Gesicht und wollen aufklĂ€ren. Ich denke ein Netzwerk in einem Unternehmen leistet einen enormen Beitrag um lesbische Frauen zu stĂ€rken und zu unterstĂŒtzen.“

Foto von Daniela Leonbacher
Foto von Angela Andresen
Angela Andresen (sie/ihr), Group Compliance, AML FI Quality Assurance, Commerzbank AG/ Sprecherin von ARCO, dem LGBT*IQ Netzwerk der Commerzbank AG

“Es wird immer noch zu sehr in Schubladen gedacht. Man sollte z. B. nicht automatisch  nach dem (Ehe)Partner fragen. Die Nutzung einer inklusiven Sprache wĂŒrde die Hemmschwelle fĂŒr Outings signifikant senken.”

Sonja Falger (sie/ihr), Chapter Lead im Bereich Customer Relationship Mgmt., Commerzbank AG / Sprecherin von ARCO, dem LGBT*IQ Netzwerk der Commerzbank AG

“Wichtig sind lesbische Vorbilder im Unternehmen, um ungeouteten Frauen die Angst zu nehmen. Auch die Teilnahme an Aktionen wie #theLworksout zeigt die Vielfalt lesbischer Frauen am Arbeitsplatz.”

Foto von Sonja Falger
Foto von Jay Siegmann
Jay Siegmann (They/ Them), GeschĂ€ftsfĂŒhrende Person, Vitaminwelten GmbH

“Ich wĂŒnsche mir, mit meinem selbstbestimmten und authentischen Selbst, wahrgenommen und akzeptiert zu werden. Damit dies RealitĂ€t wird, schaffe ich Sichtbarkeit. So trage ich z.B. immer ein prominentes Regenbogen-Accessoire. Das macht mich verletzlich und angreifbar. Ja, und ich erfahre auch mal negative Reaktionen. In der Summe ĂŒberwiegen die bereichernden Momente indes bei Weitem. Zu Leben heißt zu fĂŒhlen, und zu FĂŒhlen ist Verletzlichkeit. Das habe ich akzeptiert. Ich gewĂ€hre einen Vertrauensvorschuss, und bemĂŒhe mich in jeder Situation um eine positive Grundhaltung. Diese ist von Freundlichkeit, MitgefĂŒhl und einer tiefempfundenen Menschlichkeit geprĂ€gt. Meine Handlungen bestimmen, wie die Welt mich sieht, nicht umgekehrt. Ich habe beschlossen voranzugehen, und hoffe das andere folgen. In meinem privaten und beruflichen Umfeld erlebe ich, dass es funktioniert und sich Denkmuster Ă€ndern. Ich bin wirksam und sichtbar. Das erfĂŒllt mich mit Dankbarkeit und Freude.”

Jovana Scheffer (sie/ihr), KapazitÀtsmanagement Audit bei der KPMG AG

„Ich hatte nie ein “typisches“ Coming Out am Arbeitsplatz. Als ich vor ĂŒber 6 Jahren bei der KPMG angefangen habe, bin ich vom ersten Tag an offen mit meiner sexuellen IdentitĂ€t umgegangen. Ich wollte mich in meinem Arbeitsumfeld nicht verstecken und wollte authentisch sein. Als Netzwerkkoordinatorin unseres LGBT*IQ-Netzwerkes „PriDE@KPMG & Friends“ möchte ich, gemeinsam mit meinen Netzwerkkolleg:innen, Menschen zusammen bringen und ihnen eine Plattform fĂŒr den Austausch bieten. Wir geben allen die Möglichkeit, sich zu engagieren und leisten einen Beitrag zur Unternehmenskultur. Dadurch schaffen wir ein offenes und vorurteilfreies Arbeitsklima, in dem alle sie selbst sein können!“

Foto von Jovana Scheffer
Foto von Kerstin Sauer
Kerstin Sauer (Sie/ ihr), Director NCE Formulation Sciences & Operations, Abbvie Deutschland GmbH & Co. KG

“Ende 2020 hat AbbVie eine Kampagne zum Thema Chancengleichheit, Vielfalt und Inklusion ins Leben gerufen. Im Rahmen dieser Kampagne habe ich gemeinsam mit einigen Kolleg*innen ein AbbVie Germany Pride Mitarbeiternetzwerk gegrĂŒndet. Durch meine aktive Mitarbeit in diesem Netzwerk bin ich als lesbische FĂŒhrungskraft fĂŒr Mitarbeiter*innen und Kolleg*innen sichtbar. Geoutet hatte ich mich schon ein paar Jahre frĂŒher und habe damit nur gute Erfahrungen gemacht und mein offener Umgang mit meiner homosexuellen Beziehung hat mir bisher viele gute und interessante GesprĂ€che beschert. Außerhalb der Werkstore ist es leider noch nicht selbstverstĂ€ndlich, dass homosexuelle Menschen die gleichen Vorteile und Akzeptanz genießen wie heterosexuelle Menschen. Mit der AbbVie Germany Pride Gruppe machen wir auf die Herausforderungen der LGBTQ+ Community aufmerksam und bieten Informationen fĂŒr alle interessierten Kolleg*innen. Ich selbst möchte als gutes Beispiel beim Thema Chancengleichheit, Vielfalt und Inklusion vorangehen und Mut machen, dass es in unserer Firma keinen Grund gibt, sich zu verstellen. FĂŒr die Zukunft wĂŒnsche ich mir, dass alle Kolleg*innen ein GefĂŒhl der emotionalen Sicherheit und Zugehörigkeit im Unternehmen haben und sie so akzeptiert werden, wie sie sind.”

Claudia Seyler (sie/ihr), Principal Clinical Supplies Project Manager, AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG

“Als Teil des Core Teams des LGBT*IQ-Netzwerkes AbbVie Pride Germany ist es meinen Kolleg:innen und mir besonders wichtig, dass alle Mitarbeitenden bei AbbVie ihr authentisches Selbst mit zur Arbeit bringen können. Unsere Untergruppen befassen sich vor allem damit die Firmenkultur und die Sichtbarkeit des Unternehmens bezĂŒglich Chancengleichheit, Vielfalt und Inklusion sowohl nach innen als auch nach außen voranzubringen und vorhandene HĂŒrden abzubauen. Dies gilt insbesondere fĂŒr lesbische Frauen im Unternehmen, von denen viele immernoch nicht offen geoutet sind. Als aktives Vorbild möchte ich ihnen Mut machen und sie auf ihrem Weg unterstĂŒtzen. Mit Aktionen wie dieser zum heutigen Lesbian Visibility Day möchten wir lesbische Vielfalt sichtbar machen und zeigen, wie erfolgreich wir gemeinsam sein können.”

Foto von Claudia Seyler

Tipps fĂŒr lesbische Personen

Ein lesbisches Coming Out kann auch heute immer noch mit Schwierigkeiten und Diskriminierungserfahrungen verbunden sein. Wenn es Ihnen hilft,

  • Suchen Sie sich VerbĂŒndete / Role Models im Unternehmen.
  • Vernetze Sie sich mit dem LGBT*IQ-Netzwerk.
  • suchen Sie sich UnterstĂŒtzung im Umgang mit unpassenden Kommentaren oder diskriminierendem Verhalten.
  • Denken Sie immer daran: Sie bestimmen den Zeitpunkt und die Art Ihres Coming Outs.

Tipps FĂŒr Unternehmen

  • FĂŒr Unconscious Bias sensibilisieren
  • Klare Anforderungsprofile schaffen
  • Einstellungsverfahren anonymisieren
  • Aufbau / StĂ€rkung des internen LGBT*IQ-Netzwerks

AusfĂŒhrliche Informationen zu den einzelnen Punkten sind in der Studie “The L-Word in Business” zu finden. Diese beschĂ€ftigt sich mit der Situation lesbischer Frauen in der Arbeitswelt – mit Handlungsempfehlungen fĂŒr Arbeitgeber_innen.

TIpps fĂŒr Allies

  • Informieren Sie sich ĂŒber lesbische Themen.
  • Nutzen Sie eine genderinklusive Sprache.
  • Fetischisieren Sie keine lesbischen Beziehungen.
  • Setzen Sie sich fĂŒr die Rechte und gegen die Diskriminierung von lesbischen Personen ein. UnterstĂŒtzen Sie beispielsweise die Aktion nodoption, die sich gegen die Stiefkindadoption bei Regenbogenfamilien und fĂŒr die Anerkennung der Elternschaft einsetzt.

Beratungsstellen

Lesbenberatung Berlin

Die Lesbenberatung ist ein offener Ort fĂŒr Frauen, MĂ€dchen, Trans* und Inter* in unterschiedlichen Lebenssituationen. 

LesMigras

LesMigraS ist der Antidiskriminierungs- und Antigewaltbereich der Lesbenberatung Berlin e.V.

Letra

LeTRa steht fĂŒr Lesben(T)Raum und ist ein Wirklichkeit gewordener Ort fĂŒr Lesben, der Beratungsstelle, Treffpunkt und Veranstaltungsort ist.

LIBS – Lesben Informations- und Beratungsstelle e.V.

LIBS e.V. ist psychosoziale Beratungsstelle und gemeinnĂŒtziger Verein mit dem Ziel, den Ursachen und Folgen gesellschaftlicher Diskriminierung von lesbischen und bisexuellen MĂ€dchen und Frauen entgegenzuwirken – sei es aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung.

Regenbogenfamilien MĂŒnchen

Die Fach- und Beratungsstelle Regenbogenfamilien setzt sich dafĂŒr ein, gesellschaftliche Bedingungen, die Regenbogenfamilien aller Farben benachteiligt, totschweigt oder unsichtbar hĂ€lt, zu verĂ€ndern und zu verbessern.

Rosa Strippe

Der gemeinnĂŒtzige Verein Rosa Strippe befasst sich mit den individuellen und gesellschaftlichen Problemen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans* Personen und intersexuellen Menschen und leistet ihnen Hilfestellungen zur Lösung ihrer Probleme.

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Weitere hilfreiche Informationen und Interviews finden Sie auch in unserem Beitrag
zum Lesbian Visibility Day 2021.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen in unserer GeschĂ€ftsstelle zur VerfĂŒgung.

Kampagne: #theLworksout zum diesjÀhrigen Lesbian Visibility Day

Im Gegensatz zu vielen Schwulen werden lesbische Personen und auch bisexuelle Frauen oft nicht wahrgenommen, man spricht von Lesbian Invisibility. Es gibt bis heute wenige sichtbare lesbische Vorbilder – insbesondere im Business-Kontext. In vielen Netzwerken sind lesbische Personen in der Minderzahl. Dadurch fehlen die Bezugspersonen fĂŒr neue und jĂŒngere Kolleg_innen. Durch die netzwerk- und branchenĂŒbergreifende Kampagne #theLworksout am 26. April, können wir die offen lesbischen Personen stĂ€rken und gemeinsam durch eine große Anzahl an Teilnehmer_innen Sichtbarkeit schaffen sowie die Vielfalt lesbischer Personen verdeutlichen.

Wie kann ich an der Aktion teilnehmen?
  • Informieren und sprechen Sie lesbische Personen aus dem eigenen Netzwerk und darĂŒber hinaus an, um sie auf die Aktion aufmerksam zu machen
  • Erstellen Sie ein PortrĂ€tfoto mit Hilfe der Vorlagen, egal ob ausgedruckt oder digital mit dem Tablet. Gerne können Sie die Vorlage auch in bspw. Graustufen nutzen. (KlĂ€ren Sie im Vorfeld unbedingt ab, ob Sie das Unternehmenslogo der_des Arbeitgeber_in zusammen mit der Vorlage nutzen dĂŒrfen. Stattdessen können Sie den Unternehmensnamen verwenden oder die Vorlage ohne Unternehmensangabe nutzen.)
  • Posten Sie ihr eigenes Kampagnenfoto am 26.04.2021 ab 10:00 Uhr mit den jeweiligen Hashtags und Taggings auf denen von Ihnen genutzten Social Media KanĂ€len

Danke an alle Teilnehmer_innen fĂŒr die Positionierung und euren unermĂŒdlichen tĂ€glichen Einsatz fĂŒr lesbische Sichtbarkeit und Vielfalt.

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#theLworksout
#LesbianVisibilityDay
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#LesbischeSichtbarkeit
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#ProutAtWork
#LGBTIQRoleModels
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Taggings

PROUT AT WORK
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LinkedIn: @PROUT AT WORK-Foundation
Twitter: @proutatwork

Ggf. eigenes Unternehmen

Positionieren Sie sich und Ihr Unternehmen als UnterstĂŒtzer_in der Kampagne und fĂŒr lesbische Sichtbarkeit und rufen Sie Mitarbeiter_innen zur Teilnahme auf.
Die Kampagne wurde gemeinsam von der PROUT AT WORK-Foundation und LGBT*IQ-Unternehmensnetzwerken initiiert. Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) sowie Wirtschaftsweiber e.V. unterstĂŒtzen die Aktion.

Lesbian Visibility Day 2021

Seit 2008 wird der Lesbian Visibility Day am 26. April gefeiert. Der Awareness Day soll die komplexen Lebenswirklichkeiten lesbischer Personen sichtbar machen und ihnen die oftmals fehlende Aufmerksamkeit und Anerkennung schenken, die sie verdienen. Das Wort ‘lesbisch’ geht auf die antike griechische Dichterin Sappho zurĂŒck, die auf der Insel Lesbos lebte und in ihren Werken die Liebe und Leidenschaft zwischen Frauen thematisierte. Als ‘lesbisch’ bezeichnen sich oft weiblich sozialisierte Personen, die sich romantisch und/oder sexuell zu anderen weiblich sozialisierten Personen hingezogen fĂŒhlen. Dazu zĂ€hlen auch trans*, inter*, non-binĂ€re und agender Personen.

Im Rahmen des Awareness Days haben wir lesbische Personen gefragt, welche GrĂŒnde zu ihrem Coming Out am Arbeitsplatz gefĂŒhrt haben und wie sie sich fĂŒr die Förderung junger lesbischer Kolleg_innen einsetzen.

Sabine Schanzmann-Wey, Pressesprecherin Region Ost, Commerzbank AG

“Als Frau mit Doppelnamen und Kind werde ich selten als lesbisch wahrgenommen. Dies aktiv anzusprechen, fĂ€llt nicht immer leicht. Ich fĂŒhle mich selbst aber wohler, wenn ich nicht das GefĂŒhl haben muss, irgendetwas zu verstecken. Daher war es fĂŒr mich ein guter Weg, beim LGBT*IQ-Netzwerk ARCO aktiv zu werden und mich so offen im Unternehmen zu zeigen. Das erleichtert mir selbst den Umgang mit diesem Thema und macht hoffentlich auch anderen Mut. Ich habe selbst nie negative Erfahrungen machen mĂŒssen und denke, dass vor allem der Dialog wichtig ist. Denn vielen Kolleg*innen oder Vorgesetzten ist sicher nicht bewusst, welche inneren KĂ€mpfe man als lesbische Frau manchmal fĂŒhrt. Man kann aber nur etwas verĂ€ndern, wenn man auch etwas macht.
Als Sprecherinnen des LGBT*IQ-Netzwerkes ARCO der Commerzbank ist es meiner Kollegin und mir besonders wichtig, den lesbischen Frauen im Unternehmen eine Stimme zu geben. Leider trauen sich viele nicht, sich offen zu zeigen. Als aktive Vorbilder wollen wir ihnen daher Mut machen und sie auf ihrem Weg unterstĂŒtzen. Wir sprechen unsere Kolleg*innen aktiv an, fragen nach WĂŒnschen und Sorgen und bieten mit unseren virtuellen „Ladies Lunches“ netzwerkĂŒbergreifend einen Raum fĂŒr den Austausch an. Mit Aktionen wie der Hashtag-Kampagne #theLworksout zum heutigen Lesbian Visibility Day und unserer virtuellen Abendveranstaltung „Ladies Lounge“ möchten wir lesbische Vielfalt sichtbar machen und zeigen, wie erfolgreich wir gemeinsam sein können.”

Angela Andresen, Compliance Fallbearbeitung AML Investigations, Commerzbank AG

“Mir war es bereits bei der Auswahl meines Arbeitgebers wichtig, dass ich mich nicht im Unternehmen verstecken muss. Ich möchte mich auch in meinem beruflichen Umfeld nicht verstellen mĂŒssen und authentisch sein können. Dazu gehört fĂŒr mich beim privaten Smalltalk auch von AktivitĂ€ten wie AusflĂŒgen, Familienbesuchen und Urlauben mit meiner Partnerin erzĂ€hlen zu können. Da die Commerzbank auf ihrer Homepage bereits 2005 einen Hinweis auf das innerbetriebliche LGBT*IQ Netzwerk ARCO hatte, wusste ich von Anfang an, dass ich mich nicht verstellen muss und 100% ich sein darf.
Als Sprecherin des LGBT*IQ-Netzwerkes ARCO der Commerzbank AG möchte ich gemeinsam mit meiner Sprecherkollegin als sowohl interne als auch externe geoutete, sichtbare Mitarbeiterin ein Zeichen setzen. Ich möchte anderen Frauen den Mut geben zu erkennen, dass es in unserem Hause keinen Grund gibt sich verstellen oder verstecken zu mĂŒssen. ZusĂ€tzlich versuchen wir mit netzwerkĂŒbergreifenden Events wie „Ladies Lunches“ oder der heutigen „Ladies Lounge“ die Frauen der Community zusammen zu bringen und uns dadurch gemeinsam zu stĂ€rken. Weiterhin ist es wichtig Vorurteile generell abzubauen. Durch Vielfalt und Sichtbarkeit wie mit der heutigen Hashtag-Kampagne #theLworksout erhoffe ich Schubladendenken generell etwas einzudĂ€mmen.”

Annette Pampel, Senior HR Consultant Diversity Coca-Cola European Partners Deutschland GmbH

“FĂŒr mich gab es nie ein wirkliches Coming Out am Arbeitsplatz, weil meine sexuelle PrĂ€ferenz stets Teil meiner IdentitĂ€t war und ist. Ich kann nicht anders als authentisch sein und dazu gehört, offen und frei in meinem Umfeld zu agieren, im beruflichen genauso wie im privaten Bereich.”

Daniela Kobel, Product Team Lead SAP, AUDI AG

“Als ich vor weit ĂŒber 10 Jahren zu den vier Ringen kam, dachte ich: hier gibt man das Privatleben am Werkstor ab – zum GlĂŒck weit gefehlt! Trotz eines wirklich herzlichen Teams hatte ich den richtigen Zeitpunkt verpasst aus „meiner besseren HĂ€lfte“ meine Partnerin werden zu lassen. Als ich mich trennte und Augenringe, mangelnde Konzentration und purzelnde Kilos mein Team hellhörig werden ließen, habe ich die Katze aus dem Sack gelassen – und niemals bereut. Ab dann war jeden Morgen deutlich mehr Leichtigkeit auf dem Weg zur Arbeit zu spĂŒren. Ein etwas grĂ¶ĂŸerer Schritt stand mir 2017 bevor als ich gemeinsam mit Kolleg_innen das LGBTIQ-Mitarbeitendennetzwerk queer@AUDI grĂŒndete. Als Sprecherin war ich deutlich sichtbarer vor den ca. 85.000 Mitarbeitenden der Marke. Ein bewusstes „Outing“ individuell und persönlich war ab dem Zeitpunkt kaum mehr nötig und möglich. Und genau da möchte ich fĂŒr meine jĂŒngeren lesbischen Kolleginnen da sein – sichtbar, greifbar und authentisch als Audianerin, die eine Frau liebt (und ihren TT).”

Silke van‘t Hoen, Planung Werkstruktur Ingolstadt, AUDI AG

“Ich bin vom ersten Tag an offen und damit geoutet ins Unternehmen gestartet, auf Fragen habe ich immer ehrlich geantwortet. Damit habe ich in den letzten 13 Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht, viele GesprĂ€che mit Interessierten gefĂŒhrt, viel AufklĂ€rungsarbeit geleistet. Eine negative Reaktion habe ich nicht direkt gehört, was hinten rum geredet wurde/wird weiß ich natĂŒrlich nicht. In meinem direkten Umfeld habe ich, glaube ich, erreicht dass ich als Lesbe, spĂ€ter als schwangere Lesbe und dann auch als Regenbogenfamilie genauso „normal“ gesehen werde wie alle anderen Heteros. Auch heute noch treffe ich auf neue Kolleg_innen und oute mich wenn es sich im GesprĂ€ch ergibt, immer noch gibt es erstaunte Reaktionen, Aber eher weil sie sich freuen „endlich mal so jemanden“ kennenzulernen. Die Audianer habe ich bisher offen, interessiert und tolerant kennengelernt. Wobei ich weiß dass das z.B. in der Produktion noch nicht immer so ist, daran mĂŒssen wir weiter arbeiten.”

Dr. Ina WĂŒstefeld, Vice President Regulatory & Medical Scientific Affairs, AESCULAP Âź – a B. Braun brand

„Ich möchte mit meinen positiven Erfahrungen als offen lebende lesbische Frau und meinem Beitrag bei B. Braun ein wertschĂ€tzendes, inklusives und gleichberechtigtes Arbeitsumfeld stĂ€rken, zudem stets gesellschaftlich ein Zeichen setzen. Meinen Kolleg*innen signalisiere ich, dass die Freiheit und das Selbstbewusstsein immer zu sein, wer man ist, den Unterschied macht!“

Claudia Peiser, Industry Manager, Retail & Technology, Google

“Ich war nie “IN” (the closet) und bin fĂŒr mich vom ersten Tag bei Google davon ausgegangen, dass jede_r weiß, dass ich mit einer Frau zusammenlebe. Egal, ob es alle wirklich wussten. Und irgendwann hatte es dann auch tatsĂ€chlich die_der Letzte gecheckt. FĂŒr mich gab es keinen Grund nicht OUT zu sein. Ich gebe allen das GefĂŒhl, dass es hier keinen Grund gibt, nicht so zu sein, wie wir wirklich sind. Und bisher hatte ich dadurch auch keine merklichen Nachteile.”

Jannette Flores, Agency Sales Manager, Google

“Bei Google darf ich in meiner homosexuellen Beziehung mit zwei Kindern die gleichen Vorteile genießen wie heterosexuelle Paare. Das ist außerhalb des Unternehmens leider nicht selbstverstĂ€ndlich. Mit der Pride@Google Gruppe machen wir auf die Herausforderungen der LGBTQ+ Community aufmerksam und hinterfragen den gesellschaftlichen Status Quo. Die nĂ€chste Generation soll es einfacher haben, beispielsweise was die Stiefkindadoption angeht.”

Tipps fĂŒr lesbische Personen

Ein lesbisches Coming Out kann auch heute immer noch mit Schwierigkeiten und Diskriminierungserfahrungen verbunden sein. Wenn es Ihnen hilft,

  • Suchen Sie sich VerbĂŒndete / Role Models im Unternehmen.
  • Vernetze Sie sich mit dem LGBT*IQ-Netzwerk.
  • suchen Sie sich UnterstĂŒtzung im Umgang mit unpassenden Kommentaren oder diskriminierendem Verhalten.
  • Denken Sie immer daran: Sie bestimmen den Zeitpunkt und die Art Ihres Coming Outs.

Tipps FĂŒr Unternehmen

  • FĂŒr Unconscious Bias sensibilisieren
  • Klare Anforderungsprofile schaffen
  • Einstellungsverfahren anonymisieren
  • Aufbau / StĂ€rkung des internen LGBT*IQ-Netzwerks

AusfĂŒhrliche Informationen zu den einzelnen Punkten sind in der Studie “The L-Word in Business” zu finden. Diese beschĂ€ftigt sich mit der Situation lesbischer Frauen in der Arbeitswelt – mit Handlungsempfehlungen fĂŒr Arbeitgeber_innen.

TIpps fĂŒr Allies

  • Informieren Sie sich ĂŒber lesbische Themen.
  • Nutzen Sie eine genderinklusive Sprache.
  • Fetischisieren Sie keine lesbischen Beziehungen.
  • Setzen Sie sich fĂŒr die Rechte und gegen die Diskriminierung von lesbischen Personen ein. UnterstĂŒtzen Sie beispielsweise die Aktion nodoption, die sich gegen die Stiefkindadoption bei Regenbogenfamilien und fĂŒr die Anerkennung der Elternschaft einsetzt.

Beratungsstellen

Lesbenberatung Berlin

Die Lesbenberatung ist ein offener Ort fĂŒr Frauen, MĂ€dchen, Trans* und Inter* in unterschiedlichen Lebenssituationen. 

LesMigras

LesMigraS ist der Antidiskriminierungs- und Antigewaltbereich der Lesbenberatung Berlin e.V.

Letra

LeTRa steht fĂŒr Lesben(T)Raum und ist ein Wirklichkeit gewordener Ort fĂŒr Lesben, der Beratungsstelle, Treffpunkt und Veranstaltungsort ist.

LIBS – Lesben Informations- und Beratungsstelle e.V.

LIBS e.V. ist psychosoziale Beratungsstelle und gemeinnĂŒtziger Verein mit dem Ziel, den Ursachen und Folgen gesellschaftlicher Diskriminierung von lesbischen und bisexuellen MĂ€dchen und Frauen entgegenzuwirken – sei es aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung.

Regenbogenfamilien MĂŒnchen

Die Fach- und Beratungsstelle Regenbogenfamilien setzt sich dafĂŒr ein, gesellschaftliche Bedingungen, die Regenbogenfamilien aller Farben benachteiligt, totschweigt oder unsichtbar hĂ€lt, zu verĂ€ndern und zu verbessern.

Rosa Strippe

Der gemeinnĂŒtzige Verein Rosa Strippe befasst sich mit den individuellen und gesellschaftlichen Problemen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans* Personen und intersexuellen Menschen und leistet ihnen Hilfestellungen zur Lösung ihrer Probleme.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen in unserer GeschĂ€ftsstelle zur VerfĂŒgung.

Die Frankfurt University of Applied Sciences veröffentlichte kĂŒrzlich eine Studie zur Situation lesbischer Frauen in der Arbeitswelt unter der Leitung der Professorin Dr. Regine Graml und unter Mitwirkung von Prof. Dr. Tobias Hagen und Prof. Dr. Yvonne Ziegler. Sie setzt an der Schnittstelle von Homofeindlichkeit und Sexismus an und beleuchtet die Situation berufstĂ€tiger lesbischer Frauen in Deutschland im Bewerbungsprozess und im Erwerbsleben.

Die Ergebnisse der Studie sowie Handlungsempfehlungen fĂŒr Unternehmen zur Beseitigung von Diskriminierung wurden in der BroschĂŒre der Frankfurt University of Applied Sciences, der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, des Wirtschaftsweiber e.V. und der PROUT AT WORK-Foundation zusammengestellt.

Diese können Sie ab sofort als PDF downloaden und auch als gedrucktes Exemplar bestellen.